Das Thema Syrien beschäftigt uns seit nun mehr als einem Jahr besonders intensiv.
Präsident Assad muss weg. So war jedenfalls der Tenor in praktisch allen westlichen Medien und auch im arabischen Raum schloss man sich schnell an, wie z.B. der Ausschluss Syriens aus der Arabischen Liga und die Forderung Saudi-Arabiens nach einer Unterstützung der Aufständischen mit Waffen, Geld uvm. zeigt. Von uns Christen hat man seitdem erwartet, dass wir uns gegen Assad und seinem Regime stellen. Ganz nach dem Motto: Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Doch unsere Kirchen und in der überwiegenden Anzahl der Christen allgemein in Syrien haben sich da herausgehalten, sich zumindest nicht gegen Assad gestellt.
Die Christen in Syrien- Unterstützer eines Diktators? Nein, auf keinen Fall. Und es hat sich gezeigt, dass die Haltung richtig war.
Die Christen in Syrien lieben Assad nicht. Viele von ihnen werden ihn wohl nichtmal wirklich respektieren. Aber sie akzeptieren ihn und haben ihn im Vergleich zu praktisch allen anderen arabischen bzw. muslimischen Ländern mit ihren Diktatoren zu schätzen gelernt.
Es gibt kein muslimisches Land, das Christen soviele Rechte zuspricht wie Syrien. Natürlich sind die Rechte nicht ausreichend und es bleibt eine Diktatur, die Menschenrechte mit Füßen tritt. Aber Christen in muslimischen Ländern sind schon zufrieden, wenn sie einigermaßen Bürgerrechte genießen können. Das ist schade, aber in Zeiten eines aufkeimenden Islamismus verständlich.
Ja, warum stellen sich die Christen nicht auf die Seite der Aufständischen? In den westlichen Staaten verwechselt man hier oftmals etwas, was man zuletzt in Tunesien, Ägypten, Lybien usw. ebenfalls falsch eingeschätzt hat: Aufständische sind keinesweg immer Demokraten. Wir erleben seit mehr als einem Jahr den Versuch von Islamisten, Syrien zu übernehmen und einen islamischen Gottestaat auszurufen. Es sind keine Demokraten, die ihre Bürgerrechte einfordern, sondern Leute, denen Syrien zu modern, zu aufgeschlossen scheint. Und sie gehen über Leichen.
In Ägypten hat man geglaubt, dass eine demokratische Bewegung, dominiert von der ach so westlich geprägten Jugend, den Wandel nach Ägypten bringt. Die Wahlergebnisse zeigen, dass 70 Prozent der Wähler die Muslimbrüderschaft und gar die Salafisten gewählt haben. Islam und Wahlen, das passt nicht. Dies erinnert mich an die letzten (und einzigen) Wahlen in Gaza als George W. Bush Abbas dazu drängte, Wahlen auszurichten. Die Terrororganisation Hamas gewann und seitdem gab es keine Wahlen mehr. George W. Bush soll geglaubt haben, dass Menschen doch keine Terrororganisation wählen würden, wenn es freie und geheime Wahlen gebe. Ein Trugschluss.
Um wieder auf Syrien zurück zu kommen. Die westlichen Staaten täten gut daran, die Aufständischen, viele wohl mit Kontakten zu Terrororganisationen wie Al-Kaida, nicht zu unterstützen.
Von uns Christen können, sollten und hoffentlich werden sie keine Unterstützung bekommen.
Dieser Kommentar spiegelt die Meinung des Autors wider.
|
Ich glaube diese Erkenntnis ist allen christlichen Organistionen bewusst. „Der Arabische Frühling ist keine demokratische Bewegung.“ Im Gegenteil! (siehe Irak, Ägypten, Libyen, ….)
Die einzige Organisation, die sich von den leeren Versprechungen der Amerikaner und Europäer blenden lässt, ist die ADO. Sie lässt sich von den Islamisten instrumentalisieren, und erkennt deren wahre Ziele nicht. „Blauäugig“ glaub die ADO noch an einen demokratischen Wandel in Syrien. Das Ziel der Opposition ist ein Machtwechsel und kein Systemwechsel.
ADO_Broschüre_Syrien