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Die dritte Hauptstadt Assyriens "Dour-Sharroukîn"
"Dour-Sharroukîn" - Die Festung Sargons II.
Unter dem wahren Namen Dour-Sharroukîn, - "der Festung von Sargon" errichtete Sargon II. 717 v. Chr. in der Nähe des Dorfes von Maganouba auf der linken Bank des kleinen Flusses Khausser, in der Nähe des Tigris Flusses, die neue Hauptstadt des assyrischen Imperiums. Geographisch lag Dour-Sharroukîn etwa 20 Kilometer nordöstlich von Niniveh, an der heutigen Stadt Khorsabad. 707 v. Chr. zogen die Götter von Dour-Sharroukîn in ihre Tempel ein. Ein Jahr später wurde die Stadt eingeweiht.
Die Stadt wurde in Form eines rechteckigen Parallelogramms gebaut. Sie war monumental angelegt, von einer mächtigen Doppelmauer umgeben und ein Gebiet von 3 km² umfassend. Die Stadt hatte ferner sieben Stadttore. In sich hat sie ein Wohnviertel und mehrere Paläste sowie ein Zikkurat. Das Wohn- und Verwaltungsviertel wurde von der eigentlichen Stadt durch einen inneren Bereich getrennt. Als Mittelpunkt hatte sie den Königspalast, der auf der Nordwestseite gelegen war. Der königliche Palast, der sich auf 10 Hektar ausdehnte, ist rittlings auf dem Wall gebaut worden, wo er stark hervorstach. Er umfasste mehrere Gebäudekomplexe: die Empfangsappartements, die gemeinsamen Wohnräume und der Tempel. Nach herkömmlicher Art gebaut, war dieser mit zahlreichen Stierkolossen und Kalksteinreliefs, aber auch mit farbenprächtigen Gemälden und Ornamenten in Ziegelglasur geschmückt. So waren zum Beispiel drei der vier Tore des Königspalastes von kolossalen geflügelter Stieren bewacht. Auch eine Darstellung des Gilgamesch als Wärter schmückt eines der Tore. Hier begegnen wir in der sog. Gerichtshalle den Bildern jener feierlichen und bisweilen grausigen Staatsakte, bei denen der König in vollem Ornat abtrünnige Vasallen als Vertreter des Gottes Assur niederwarf und bestrafte. Ferner waren Ställe, Werksräume, Waffenarsenale, Küchenräume,...etc... in der Festung vorzufinden. Die riesige Anlage aber ist wohl nie ganz beendet worden.
Der Standort von Dour-Sharroukîn ist 1843 vom Archäologen und späteren französischen Konsul von Mossul, Paul-Emile Botta (1843-1844), entdeckt und später erforscht worden. Auch Victor Place (1852-1853) führte wichtige archäologische Untersuchungen durch und deckte u.a. zahlreiche Reliefs auf, von denen viele leider bei einem Schiffbruch auf dem Tigris während ihrer Überfahrt nach Frankreich verloren gingen. Bis 1909 wurden systematische Untersuchungen durchgeführt. Die archäologischen Untersuchungen wurden später von 1928 bis 1935 durch das östliche Institut von Chicago geleitet.
Sargon II. fällt im Kampf gegen die Meder
Wie wir schon in der vorhergehenden Serie erwähnten, wandte sich Sargon, nachdem er seine Politik im Westen, Norden und Osten durchgesetzt hatte, nach Süden, wo Marduk-apla-iddina II. über Babylon herrschte. Im Verlauf zweier Feldzüge vertrieb ihn Sargon und ernannte sich zum Herr über Babylonien. Im Jahr 705 v. Chr. führte Sargon sein Heer gegen das Land Tabal im Taurusgebirge. Auf diesem wagemutigen Kriegsunternehmen in den Bergen des westlichen Irans, fand Sargon im Kampf gegen einen Fürsten namens Gurdi (Gordias), ein unter den Herrschern Anatoliens weit verbreiteter Name, den Tod und es war nicht einmal möglich, seine Leiche zu bergen, so dass man ihn nicht in seinem Palast bestatten konnte. Das hatte eine verheerende Wirkung auf das Selbstbewusstsein der Assyrer. Von seiner Familie angeordnete priesterliche Untersuchungen über den Grund dieses schmählichen Endes fern von Assur scheinen die Gründung von Dour-Sharroukîn als Anlass des Zornes der Götter bezeichnet zu haben. Vielleicht auch deshalb wurde nach dem Tod von Sargon II. Dour-Sharroukîn aufgegeben und die großartige Stadtanlage verfiel.
Sargon stand zum Zeitpunkt seines Todes auf den Höhepunkt seiner Macht und er schien unbesiegbar zu sein. Er regierte das Kernland des Nahen Ostens von Golf bis zum Taurus, vom Zagros bis zum Sinai Gebirge. Er hatte Urartu geschlagen und andere Herrscher tributpflichtig gemacht, darunter Midas, den König von Phyrgien, den ägyptischen Pharao, den König von Dilmun, Uperi, sowie sieben Könige von Zypern (damals Jadnana).
Als Sargons Sohn und Nachfolger Sanherib 705 König wurde, befragte er die Orakel nach den Sünden seines Vaters. Um dessen Schicksal zu entgehen, tilgte er Sargons Namen aus den Inschriften. Dour-Sharroukin traf das gleiche Schicksal wie die neue Hauptstadt Tikulti Ninurtas I.: Sein Sohn und Nachfolger Sanherib (705-681) gab die Kapitale von einem Tag zum anderen auf und verlegte zunächst die Residenz nach Assur zurück, um dann endgültig Niniveh zur neuen Kapitale zu bestimmen. Denn Niniveh war das Zentrum Assyriens.
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